Bleib individuell!

Ob wir ein Pferd vom Boden arbeiten oder es reiten – das Wichtigste ist, dass beide, Pferd und Mensch, in der gemeinsamen Arbeit durchlässig bleiben. Die Frage jedoch, wie wir diese Durchlässigkeit erreichen, ist von Fall zu Fall unterschiedlich und hängt von der individuellen Vorgeschichte des Pferdes und auch des Menschen ab. Was genau bedeutet aber eigentlich „Durchlässigkeit“?!

 

Es ist nur möglich, durchlässig und losgelassen zu sein, wenn die Wirbelkette gerade aufeinander ausgerichtet ist; das gilt für Pferde ebenso wie für Menschen. Verkanten die Wirbel (und da reicht es schon, wenn nur ein einziger Wirbel verkantet ist), kann die Bewegung nicht mehr durch den Körper fließen. Wir alle kennen diesen Zustand, auch wenn uns die Ursache oft gar nicht klar ist.

 

Ein sehr schönes und leider auch sehr schmerzhaftes Beispiel dafür sind Nackenschmerzen. Sie entstehen, wie sollte es anders sein, durch eine Fehlhaltung. Bei uns Menschen häufig durch zu vieles Sitzen, beispielsweise vorm Computer, und das dann noch dazu in einer falschen Haltung. So entstehen Überlastungen in der Muskulatur und im Fasziengewebe, auch können Nerven eingeklemmt werden. Da der Körper sehr anpassungsfähig ist, wird er sich nun aus dem Schmerz heraus einen neuen Bewegungsablauf suchen. So wird beispielsweise nicht mehr nur der Kopf gedreht, um nach links oder rechts zu schauen, sondern der gesamte Schulterbereich. Dadurch wiederum entsteht eine Blockierung in der Wirbelkette im Bereich des Halses, und durch diese Blockierung ist die Losgelassenheit und somit auch die Durchlässigkeit gestört. Das ist der richtige Zeitpunkt, zu einem Physiotherapeuten zu gehen und zusätzlich am besten auch noch zu einem guten Bewegungstherapeuten, der uns das Gefühl für die richtige Bewegung wiedergibt.

 

Das alles trifft ebenso auf Pferde zu, die unter den gleichen Symptomen leiden können und häufig ist es auch hier das Genick. Ein Beispiel dafür ist meine Stute Halla: Sie landete vor einigen Jahren bei mir, weil sie als unreitbar galt und sich im Umgang als schwierig erwies. Halla hängte sich ins Halfter und hat vermutlich niemals eine solide und vor allem sinnvolle Grundausbildung erhalten. Bis heute versucht sie sich irgendwie in einer Ausweichbewegung zu halten. Das Schmerzgedächtnis bleibt leider lange erhalten und daher ist es sehr wichtig, Pferden wie Halla den Weg zu zeigen, wie SIE ihr Genick wieder in eine physiologische Haltung bekommen. Meine Aufgabe besteht konkret darin, Halla in der Bewegung über die Hinterhand bis hin zum Genick durchlässig zu bekommen, indem ich sie durch eine sinnvolle Anleitung geraderichte. Denn nur, wenn sie geradegerichtet und die Wirbelkette durchlässig ist, kann die Bewegung auch im Genick ankommen. Halla kann diesen Moment immer noch nicht lange zulassen. Es geht dann förmlich ein kleiner Ruck durch ihren Körper und sie verwirft sich wieder im Genick. Hier hat sich ein schwerwiegendes Trauma manifestiert, und es erfordert nun meinerseits eine unglaubliche Disziplin und Geduld, Halla diesen Raum zu geben und sie nicht einfach in die gewünschte Haltung zu ziehen; denn genau das wäre für das Umlernen ein völlig falscher Ansatz.

 

Fazit: Jedes Pferd und jeder Mensch sind individuell, das müssen wir in unserer Ausbildung stets berücksichtigen. Und spätestens, wenn wir reiten, müssen wir uns auch mit unserem eigenen Körper befassen. Denn sind auch wir nicht durchlässig, beispielsweise aufgrund von Verspannungen, die uns vielleicht gar nicht bewusst sind, oder durch chronische Schmerzen, wird das fatale Folgen in der Ausbildung mit sich bringen. Auch die Pferde werden dann nicht durchlässig sein und bewegen sich nicht über den Rumpf, sondern nur über die Gliedmaßen vorwärts. Ist der Rumpf aber auf stumm geschaltet, gibt es keine fließende Bewegung mehr. Die Wirbelkette überträgt die Bewegungen über die Hinterhand bis ins Genick – liegt irgendwo dazwischen eine Störung vor, wird dieser Bewegungsfluss unterbrochen.

 

 

Mit meiner Stute Halla habe ich noch einmal ganz von vorne begonnen, um sie neu zu „programmieren“ und falsch Erlerntes zu löschen. Leider bleibt das falsch Erlernte lange im Schmerzgedächnis erhalten und es braucht viel Einfühlungsvermögen, Geduld und einen guten roten Faden, um das Pferd mit seiner jeweils individuellen Geschichte wieder in einen harmonischen und vor allem gesunden Bewegungsfluss zu bringen. Vor allem muss ich täglich an meiner Durchlässigkeit arbeiten, denn ich habe diverse „Baustellen“, die mich oft an meine Grenzen bringen, Halla eine gute Lehrerin zu sein. Mittlerweile kenne ich meine Fehlhaltungen und Ausweichbewegungen schon recht gut, was jedoch nicht bedeutet, dass ich diese einfach abstellen kann. Sie sind fest gespeichert und tief verankert. Halla und ich lernen bei jedem gemeinsamen Training, unsere alten Bewegungen hinter uns zu lassen und die neuen Bewegungen zuzulassen. 

Es ist nur möglich, durchlässig und losgelassen zu sein, wenn die Wirbelkette gerade aufeinander ausgerichtet ist; das gilt für Pferde ebenso wie für Menschen. Verkanten die Wirbel (und da reicht es schon, wenn nur ein einziger Wirbel verkantet ist), kann die Bewegung nicht mehr durch den Körper fließen. Wir alle kennen diesen Zustand, auch wenn uns die Ursache oft gar nicht klar ist.

 

Ein sehr schönes und leider auch sehr schmerzhaftes Beispiel dafür sind Nackenschmerzen. Sie entstehen, wie sollte es anders sein, durch eine Fehlhaltung. Bei uns Menschen häufig durch zu vieles Sitzen, beispielsweise vorm Computer, und das dann noch dazu in einer falschen Haltung. So entstehen Überlastungen in der Muskulatur und im Fasziengewebe, auch können Nerven eingeklemmt werden. Da der Körper sehr anpassungsfähig ist, wird er sich nun aus dem Schmerz heraus einen neuen Bewegungsablauf suchen. So wird beispielsweise nicht mehr nur der Kopf gedreht, um nach links oder rechts zu schauen, sondern der gesamte Schulterbereich. Dadurch wiederum entsteht eine Blockierung in der Wirbelkette im Bereich des Halses, und durch diese Blockierung ist die Losgelassenheit und somit auch die Durchlässigkeit gestört. Das ist der richtige Zeitpunkt, zu einem Physiotherapeuten zu gehen und zusätzlich am besten auch noch zu einem guten Bewegungstherapeuten, der uns das Gefühl für die richtige Bewegung wiedergibt.

 

Das alles trifft ebenso auf Pferde zu, die unter den gleichen Symptomen leiden können und häufig ist es auch hier das Genick. Ein Beispiel dafür ist meine Stute Halla: Sie landete vor einigen Jahren bei mir, weil sie als unreitbar galt und sich im Umgang als schwierig erwies. Halla hängte sich ins Halfter und hat vermutlich niemals eine solide und vor allem sinnvolle Grundausbildung erhalten. Bis heute versucht sie sich irgendwie in einer Ausweichbewegung zu halten. Das Schmerzgedächtnis bleibt leider lange erhalten und daher ist es sehr wichtig, Pferden wie Halla den Weg zu zeigen, wie SIE ihr Genick wieder in eine physiologische Haltung bekommen. Meine Aufgabe besteht konkret darin, Halla in der Bewegung über die Hinterhand bis hin zum Genick durchlässig zu bekommen, indem ich sie durch eine sinnvolle Anleitung geraderichte. Denn nur, wenn sie geradegerichtet und die Wirbelkette durchlässig ist, kann die Bewegung auch im Genick ankommen. Halla kann diesen Moment immer noch nicht lange zulassen. Es geht dann förmlich ein kleiner Ruck durch ihren Körper und sie verwirft sich wieder im Genick. Hier hat sich ein schwerwiegendes Trauma manifestiert, und es erfordert nun meinerseits eine unglaubliche Disziplin und Geduld, Halla diesen Raum zu geben und sie nicht einfach in die gewünschte Haltung zu ziehen; denn genau das wäre für das Umlernen ein völlig falscher Ansatz.

 

Fazit: Jedes Pferd und jeder Mensch sind individuell, das müssen wir in unserer Ausbildung stets berücksichtigen. Und spätestens, wenn wir reiten, müssen wir uns auch mit unserem eigenen Körper befassen. Denn sind auch wir nicht durchlässig, beispielsweise aufgrund von Verspannungen, die uns vielleicht gar nicht bewusst sind, oder durch chronische Schmerzen, wird das fatale Folgen in der Ausbildung mit sich bringen. Auch die Pferde werden dann nicht durchlässig sein und bewegen sich nicht über den Rumpf, sondern nur über die Gliedmaßen vorwärts. Ist der Rumpf aber auf stumm geschaltet, gibt es keine fließende Bewegung mehr. Die Wirbelkette überträgt die Bewegungen über die Hinterhand bis ins Genick – liegt irgendwo dazwischen eine Störung vor, wird dieser Bewegungsfluss unterbrochen.

 

Mit meiner Stute Halla habe ich noch einmal ganz von vorne begonnen, um sie neu zu „programmieren“ und falsch Erlerntes zu löschen. Leider bleibt das falsch Erlernte lange im Schmerzgedächtnis erhalten und es braucht viel Einfühlungsvermögen, Geduld und einen guten roten Faden, um das Pferd mit seiner jeweils individuellen Geschichte wieder in einen harmonischen und vor allem gesunden Bewegungsfluss zu bringen. Vor allem muss ich täglich an meiner Durchlässigkeit arbeiten, denn ich habe diverse „Baustellen“, die mich oft an meine Grenzen bringen, Halla eine gute Lehrerin zu sein. Mittlerweile kenne ich meine Fehlhaltungen und Ausweichbewegungen schon recht gut, was jedoch nicht bedeutet, dass ich diese einfach abstellen kann. Sie sind fest gespeichert und tief verankert. Hella und ich lernen bei jedem gemeinsamen Training, unsere alten Bewegungen hinter uns zu lassen und die neuen Bewegungen zuzulassen.