Pferdetraining und Emotionen – wann sind sie hilfreich und wann fehl am Platz?

Heute möchte ich kurz das Thema Emotionen beim Pferdetraining aufgreifen. Ich weiß, es ist schon recht abgegrast, aber ich finde, es ist dennoch ein wichtiges Thema.

 

Mit den Emotionen ist es ähnlich wie mit den Gedanken: Sie übertragen sich auf dein Pferd. Dies kann sich folglich positiv, aber auch negativ auf euer Training auswirken.

 

Wenn du gestresst bist oder traurig, ist es häufig nicht möglich, diese Emotion einfach mal vor dem Stall abzustreifen. Versuchst du deine Gefühle zu übertünchen, merkt es dein Pferd trotzdem. An solchen Tagen ist es vielleicht besser, einen Spaziergang oder einen kleinen Ausritt zu unternehmen. Oft geht es einem nach so einem kleinen Ausflug wieder wesentlich besser. Wenn du richtigen Stress hast, solltest du vielleicht die Finger ganz von deinem Pferd lassen. Sie können mit solch einer Emotion nicht umgehen. 

 

Emotionen wie Wut, Aggression oder Ungeduld haben im Training nichts verloren. Sie können das Vertrauen schnell mal zerstören. Abgesehen davon kann es dir auch passieren, dass dein Pferd ebenso heftig auf deine Gefühle antwortet, und dies kann schlimmstenfalls auch unangenehm oder gar gefährlich für dich werden. 

 

Sollte es doch einmal dazu kommen, nimm das Verhalten deines Pferdes nicht persönlich. Schaue lieber auf dich und frage dich, wieso es so reagiert hat? Hast du dich vielleicht missverständlich ausgedrückt oder war das Geforderte zu schwer für dein Pferd. Gibt es vielleicht noch andere Wege, um an das gewünschte Ziel zu gelangen? Solltest du ein Pferd besitzen, das häufiger aggressiv reagiert, hat es eventuell schon eine Vorgeschichte in Bezug auf Menschen. Letztlich versucht es, sich mit diesem Verhalten vor dem Menschen zu schützen.

 

TROTZDEM sind Emotionen natürlich erwünscht!!!

 

Vor allem ehrliche Emotionen, wie echte Freude und Stolz. Sie motivieren dein Pferd ungemein, und auch bei dir löst es ein gutes Gefühl aus. Lobe dich ebenfalls, wenn etwas gut geklappt hat, denn dann hast du es deinem Pferd richtig erklärt.

 

 

Wenn du dich mal über dich selbst ärgerst, weil du es deinem Pferd nicht richtig erklären kannst, finde ich dies auch absolut berechtigt, solange du den Ärger nicht an deinem Pferd auslässt oder in ein negatives Gefühl abrutschst. Denn wenn ich mich ärgere und den Fehler anschließend finde, ist dieser Ärger nicht negativ belastet.